Auf den ersten Blick fühlt sich der Gast nach Paris, Lyon oder Montpellier versetzt: klassische Bistromöbel, große Spiegel, Bleiglasverzierungen, Jugendstilelemente, viel Holz mit Patina und zwei große Tafeln mit den Angeboten des Tages. Lokale wie dieses gibt es in den großen Städten Frankreichs viele, dass dieses Ambiente in Frankfurt nicht fehl an Platz wirkt, liegt an Michel Bodemann. Der ´Patron des `Jasper´s` schafft mit seinem Team eine geradezu familiär Atmosphäre und lässt in seiner bodenständigen elsässisch-französischen Küche auch das eine oder andere deutsche Element zur Geltung kommen.
Auf der nicht sonderlich großen Karte stehen viele Klassiker aus dem Fundus der Grande Nation, von der hausgemachten Foie Gras mit Brioche und Gelee (15,80 € ) über die Fischsuppe mit Rouille und Croutons (10,80 €) und die Entenbrust mit Nektarinensauce und Kartoffelgratin (18,60 €) bis zum Rahmsauerkraut mit Fischragout und Salzkartoffeln (15,80 €). Bodemann, der selbst in der Küche steht, am Abend aber immer wieder auch bei seinen Gästen vorbeischaut und den einen oder anderen Teller selbst serviert, präsentiert solche Gerichte souverän und ohne modisches Beiwerk. Was ihnen an Kreativität fehlen mag, machen sie durch eine erkennbar gute Produktqualität wett. Wer eine Hirschkalbskeule oder eine Perlhuhnbrust als innovative Interpretation oder als essbares Kunstwerk essen möchte, der sollte anderswo sein Glück versuchen. Wer sie sich dagegen klassisch mit Pfifferlingen und Burgundersauce (19,30 €) beziehungsweise mit Gambas und Krebsrahm (21,60 €) wüscht, perfekt gegart, ausgewogen gewürzt und frisch zubereitet, der ist im Jasper´s richtig. Auch in der Weinberatung finden die Gäste in Michel Bodemann einen verlässlichen Verbündeten. Die Bedienung an diesem Abend versteht zwar nicht viel von Wein, wie sie selbst sagt. Einen guten Roten von der Rhone kann sie zum 24 Stunden im Ofen gegarten Ochsenfleisch in Merlot-Jus (16,80 €) aber dann doch empfehlen. Das Fleisch ist extrem zart, die Sauce tiefgründig-und der Wein dazu bei aller Kraft und Fülle auch angenehm fruchtig. Viel besser wird das in Paris, Lyon und Montpellier auch nicht serviert.